Jetzt haben wir in den Beiträgen von Teil 1, Teil 2 und Teil 3 der Serie darüber gesprochen, was man tun kann, wenn man die Probleme hat. Wie vermeide ich die Druckausgleich-Schwierigkeiten, aber von vornherein? Darum soll es jetzt hier gehen.
Generelle Empfehlungen für das Vermeiden von Druckausgleich Schwierigkeiten
- Stirnband/ Mütze tragen
Nach dem Tauchen immer für „einen Satz heißer Ohren sorgen“, d.h. immer ein Stirnband oder eine Mütze aufsetzten. Gerade wenn man in kaltem Wasser war, ist vielleicht Zugluft auch nicht gerade das Beste für die Ohren. Im Winter trifft das natürlich besonders zu. - Schleimproduktion anregen/ unterstützen.
Bisher gehe ich davon aus, dass das, was der Körper auch macht, auch einen Sinn ergibt. Ich habe bei mir festgestellt, dass ich, wenn ich im gesunden Zustand tauche, sehr viel klaren, dünnflüssigen Schleim in der Nase und den NNH habe. Was sich so erst mal als „schlecht“ nach aktueller Lehrmeinung im Apnoetauchen erweist, ist auf den zweiten Blick wie ich finde sehr sehr gut. Für mich – funktioniert der Druckausgleich besser, je mehr ich von diesem dünnflüssigen Schleim ich in der Nase habe (und nicht ausschnaube). Ich gehe davon aus, dass das dann ähnlich wie bei Meeressäugern vonstattengeht. Diese machen nämlich mit erhöhter Schleimproduktion in den Hohlräumen einen „Flüssigkeitsausgleich“. Ob das physiologisch bei dem Menschen auch so ist, kann ich jetzt nicht sagen, da es noch nicht wissenschaftlich untersucht ist. Ihr könnt das aber auch mal „im Auge behalten“. Insbesondere würde ich vielleicht deswegen Proteine essen. - Viel Trinken
Durch Dehydration trocknen die Schleimhäute ebenfalls aus und werden „fest“. Dann kann es sein, dass sich die Zugänge in den NNH verschließen und dann der Druckausgleich nicht funktioniert. Gerade an Tauchtagen 3–4 Liter, in warmen Gegenden vielleicht eher 4 und wenn man dann noch im Salzwasser taucht, vielleicht eher 5–6 Liter. - Salze, Elektrolyte und Mineralstoffe
Bei sehr hohem Wasserverlust, braucht der Körper verstärkt Salze, Elektrolyte und Mineralstoffe. Die kann man sich ganz gut mit sogenannten „Hydration“- Päckchen besorgen, die in der Apotheke für Leute mit Durchfall verkauft werden (wg. Flüssigkeitsverlust auf der Toilette). Ist gut und hilft auch uns. - Antioxidantien
Das Apnoetauchen ist sehr anstrengend für den Körper. Gerade durch den höheren oxidativen Stress sind sehr viele freie Radikale in unseren Körpern. Deswegen sehr viel Vitamin C, frisches Gemüse und Obst essen. - Salze
Als Apnoetaucher leiden wir unter chronischem Salzmangel. Normal kontrolliert der Körper den PH Wert des Blutes über die Atmung. Wenn wir die Luft anhalten und dies nicht mehr möglich ist, werden Natrium-bi-carbonate gebildet und dann über den Urin ausgeschieden. Das führt zu einem chronischen Natriummangel im Körper, der nur über die Zufuhr von Natrium-Chlorid (Kochsalz) funktioniert. (Bevor irgendwer dran denkt: Reines Natrium ist sehr gefährlich/ reaktiv und reagiert exotherm (->Feuer) bei Kontakt mit Wasser (-> Körper). Als bitte nicht essen).
Wichtig: Entzündungen oder andere Reizungen vermeiden
Um beispielsweise in nicht ganz so sauberen Seen tauchen zu können, empfiehlt es sich, die Ohren zu desinfizieren (Tropfen zum Selbermachen mit Isopropanol*, Essig und Olivenöl) und die Nasenschleimhäute mit Olivenöl zu benetzen.
Das alles sollte dir helfen, mit Druckausgleich-Schwierigkeiten fertig zu werden.
>Druckausgleich-Schwierigkeiten Teil 1: Grundlegende Dinge
>Druckausgleich-Schwierigkeiten Teil 2: Wenn alles nichts hilft.
>Druckausgleich-Schwierigkeiten Teil 3: Druckausgleich-Allheilmittel
>Druckausgleich-Schwierigkeiten Teil 4: Prävention