Avatar 2: The Way of the Water

So endlich habe auch ich den neuen Avatar gesehen. Etwas spät, schließlich ist der Film fast aus den Kinos, aber immerhin. Jetzt erwartet vielleicht der ein oder andere eine Filmkritik. Das will ich aber anderen überlassen und einfach mal auf die Sachen eingehen, die den Film für mich als Apnoetaucher interessant machen. Beispielsweise die Tatsache, dass wesentliche Teile des Films in einem Wassertank gedreht wurden oder wie beispielsweise die Unterwasserwelt dargestellt wird, sind hoch interessant für mich. In der Produktion wurde auch mit namhaften Apnoetauchern zusammengearbeitet, die den Schauspielern scheinbar auch die ein oder andere Fähigkeit haben mitgeben können. (Wer trotzdem einmal Lust verspürt sich eine ausführliche Filmkritik anzuschauen, kann das gerne machen. “The Critical Drinker” trifft es wie ich finde sehr gut. Siehe unten.)

Ob jetzt ein kitschiges “Jugendliche kommen in eine neue Stadt” Drama hätte eingebaut werden müssen weiß ich nicht unbedingt. Aber scheinbar gehört es dazu. Vielleicht verkauft es sich ja nicht schlecht. Sonst hätte James Cameron ja wahrscheinlich auch nicht unnötig die Chance auf eine weitere Episode eingebaut. Aber lassen wir das. Was ist nun mit dem Apnoetauchen in dem Film?

Erst: Lohnt sich der Film?

Aus meiner Sicht ja. Sicher gibt es Leute, die das nicht unterstützen würden, aber allein die fantastischen Bilder machen die Sache wert. Sich einmal in eine andere Welt wegzuträumen, ein Abenteuer mit – wenn auch computergenerierten Welten von Avatar – hat mir richtig Spaß gemacht. Also ganz klar eine Empfehlung.

Auch wenn das Si-Fi Genre einem vielleicht auch nicht ganz so liegt, würde ich den Film ebenfalls einmal schauen. Ich fand das tatsächlich auch unter dem Gesichtspunkt interessant, was 13 Jahre, ein scheinbar unerschöpfliches Budget und die neuste Filmtechnik alles leisten kann. Schon beeindruckend teilweise.

Wie sieht es mit dem Freediving in Avatar 2 aus?

Weswegen ich Avatar 2 wahnsinnig interessant fand war die Tatsache, dass das Apnoetauchen beim Dreh des Films eine so große Rolle spielte. So wich ich es verstanden habe, wollte James Cameron wesentlich realistischere Bewegungen und Eindrücke. Scheinbar war es bisher nicht Standard Unterwasserszenen auch wirklich Unterwasser zu drehen. Es wurde scheinbar technisch aufwendig der Schauspieler mit einem Seilsystem geradezu “unter die Decke gehängt”. Schauspieler mussten dann die Schwimm- und Tauchbewegungen schauspielerisch einarbeiten, was natürlich bestenfalls nur zu “quasi” realistischen eindrücken führte.

Wenn man also genau darüber nachdenkt, was es fast schon notwendig irgendwann in das Wasser zu gehen und intensive Wasserszenen auch wirklich Unterwasser zu filmen. Was aber bisher Produzenten davon abgehalten hat, war die Tatsache, dass das Kameraequipment – speziell das für 3D Filme – viel zu schwer, sperrig und wasserundicht waren, um sie mit ins Wasser nehmen zu können.

Nun ist das glücklicherweise kein Problem, was man nicht mit ausreichend Geld lösen könnte. Und glücklicherweise haben die in Hollywood ausreichend davon. Schnurstracks wurde eine Kamera entwickelt die das kann und eingesetzt.

Jetzt wäre eigentlich die einfachste Variante die Schauspieler mit Scuba Tanks auszustatten und dann entsprechend “Unterwasser zu atmen”. Blöderweise haben aber die durch die Druckluft einstehenden Blasen aber die Kamera und die Aufnahmetechnik gestört. Und da muss ich echt sagen: Ich kenne Leute, die in dieser Situation nicht der gesamten Crew das Apnoetauchen beigebracht hätten. Zum Glück hat Hollywood auch da keine Kosten und Mühen gescheut. Danke.

Was mir dann doch aufgefallen ist …

Wie gesagt, Bewegungen und alles was Unterwasser in Avatar 2 vor sich ging echt außergewöhnlich realistisch. ABER, was mir dann doch komisch ausstieß war eine Szene, bei der Jake aus dem Wrack auftaucht und bis an die Oberfläche einfach mal die Luft anhält. Es kann sein, dass er “off Camera” dann doch den Mund aufmacht, allerdings sieht man beträchtlich wenig (jetzt ja CGI) Blasen im Wasser.

Klar James Cameron haben die Blasen beim Filmen gestört, sie hätten aus einigen physikalischen Gründen in einigen Szenen im Film wieder hinzugefügt werden müssen:

1)

Dehnt sich die Luft in allen möglichen Räumen beim Aufsteigen wieder aus. Das heißt, wenn man also einen Druckausgleich macht, dann ist die Luft in den Nasennebenhöhlen und auch im Mittelohr so, dass sie sich beim Auftauchen wieder ausdehnt. Diese Luft würde sich dann wieder entsprechend den Wegen in der Nase lang arbeiten und dann aus der Nase treten. Jetzt könnte man sagen, dass Navi vielleicht keine Nasennebenölen haben, vielleicht auch anders gebaut sind, dass sie das einfach nicht brauchen. Kann sein. Jetzt sind die Kinder von Jake aber halb Mensch, halb Navi, so sehr, dass sie beispielsweise 5 Finger (statt 4 haben). Kann sein, dass das irgendwie zu Problemen führt, auch gerade, weil die “Waldnavi” als nicht so angepasst an das Wasser sind wie das Meervolk, bei dem sie Unterschlupf suchen.

2)

Stärker tritt James Cameron’s Abneigungen gegen Blasen im Wasser auf, als die Kinder bzw. Jake selbst aus der Tiefe auftauchen. Auch da dehnt sich die Luft in der Lunge aus. Jetzt ist das kein Problem, wenn man an der Meeresoberfläche tief Luft holt, abtaucht und wieder auftaucht. Die Lunge wird etwas komprimiert, erreicht dann aber nur höchstens das Ausgangsvolumen. Schwieriger ist es, wenn man Unterwasser beispielsweise in Luft gefüllten Räumen Umgebungsdruck atmet.

Taucht man dann auf, ohne die Luft aus den Lungen entweichen zu lassen (und damit Blasen in der direkten Umgebung zu produzieren) bekommt man Probleme. Kommt man also auf die Idee die Luft anzuhalten, dann platzt einfach die Lunge, weil sich die Luft in ihr zu schnell und zu drastisch ausdehnt (schon ab 10 Metern um das doppelte). Das passiert 2 Mal im Film, als die Kinder vor den Menschen fliehen und sich in den Unterwasserpflanzen mit Lufteinschluss verstecken und als Jake vom Wrack auftauchen.

Wenn als die Navi Kinder Unterwasser in einen Luft gefüllten Hohlraum schwimmen und die Luft dort (mit Umgebungsdruck) atmen, sollten sie eigentlich mit Lungenriss nicht überleben. Das Gleiche gilt natürlich auch für Jake, der aus einer undefinierten Tiefe, aber einer “weiten Strecke” auftaucht und sichtlich Probleme hat die Luft in der Lunge zu halten.

Das nur so als Anmerkung: Es kann sein, dass selbst die Navi- Körper damit nicht klar kommen. Menschen würden zu 100% das Ganze nicht überleben. Also nicht nachmachen.

Was mir richtig gut gefallen hat…

… war die Tatsache, dass sich die Schauspieler scheinbar richtig intensiv mit dem Apnoetauchen auseinandergesetzt und trainiert haben. Das ist einfach richtig klasse. Teilweise über 7 Minuten sind dort gefallen, was richtig richtig schön ist. Hoffentlich haben das viele mitbekommen, dass auch die Schauspieler (in Wirklichkeit) so lange die Luft anhalten konnten. Klasse.

  • Kate Winslet hat 7:15 Minuten die Luft angehalten
  • Sigourney Weaver ebenfalls 6:00 Minuten

Da verzeiht man die eventuell fast kindische Darstellung der zugrundeliegenden Techniken im Film, wie es ganz real beim Menschen funktioniert.

Fazit zu Avatar 2 – The Way of the Water

Für mich einfach ein toller Film, der mit etwas Glück auch das Apnoetauchen zu mehr Bekanntheit führt. Vielleicht hilft er auch im Bereich des Naturschutzes, dass Menschen sich mehr Gedanken über die Umwelt machen und sie aktiv zu schützen versuchen.

Auf jeden Fall hat mir der Film gefallen.

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