Dehnübungen im Apnoetauchen

Dehnübungen
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Dehnübungen zur Vorbereitung zum Apnoetauchen
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Im Apnoetauchen haben Dehnübungen einen ganz besonderen Stellenwert. Es geht meistens nicht nur darum eine grundlegende Flexibilität wie bei anderen Sportarten zu erzeugen, sondern auch um weit mehr. Wir können unsere Leistungen niemals erbringen, wenn wir nicht in bestimmte Bereichen unseres Körpers flexibel wären. Warum sind Dehnübungen also so wichtig?

Dehnübungen für die allgemeine Flexibilität

Bei den meisten Sportarten sind Dehnübungen dazu da, eine grundlegende Flexibilität zu erzeugen. Sie dienen in erster Linie dazu die gesamte Reichweite des Bewegungsapparates für den Sportler verfügbar zu machen. Weit verbreitet ist die Auffassung, dass die Verletzungen vorbeugt oder gar bessere Leistungen ermöglicht. Das hat sich in der Sportwissenschaft leider nicht bestätigt. Ganz im Gegenteil, kann es bei zu exzessivem Praktizieren von Dehnübungen dazu führen, dass sich der Sportler das Muskelgewebe oder die Sehenansätze verletzt. Bei Einschränkung der Bewegungsfreiheit sind Dehnübungen allerdings trotzdem wichtig und angeraten. Auch deshalb dehnen wir uns im Apnoetauchen. Wir wollen den Bewegungsapparat mobilisieren.

Dehnübungen für das Tieftauchen

Ein überaus wichtiger Grund für uns eine andere Art von Dehnübungen in das Trainingsregime einzupflegen ist das Tieftauchen. Wir sind in Umgebungen unterwegs, die einen höheren Umgebungsdruck haben, als wir gewohnt sind. Ganz besonders sind daher der Brustkorb und die Lunge betroffen. Da sich dort der größte mit Luft gefüllte Raum befindet, wirken hier die Kräfte des Wasserdrucks ganz besonders stark. In 30 Metern haben wir immerhin schon 4 Bar. Das sollte kein Taucher unterschätzen. Der Körper muss sich nicht nur an den Druck und die Kräfte gewöhnen, er muss sogar aktiv dagegen arbeiten, damit der Wasserdruck beispielsweise nicht den Brustkorb schädigt. Und dazu brauchen wir eine besonders flexible Muskulatur in den Bereichen:

  • Rippenmuskulatur
  • Hals, Nacken, Wirbelsäule
  • Mund und Rachenraum
  • Zwerchfell

Warum müssen wir dort flexibel sein? Das hat meist ganze einfache Gründe.

Die Rippenmuskulatur

Mit der Rippenmuskulatur hat der Körper beispielsweise mehr ‚Spiel‘ gegen den Außendruck zu arbeiten. Die Lunge ist über die sogenannten Pleura (auch Brustfell, oder Lungenfell) mit dem Brustkorb verbunden und hält sozusagen die Lunge an ihrem Platz. Da sich die Lunge aber mit Druck im Volumen reduziert, kann es unweigerlich zu Verletzungen kommen, wenn sich der Brustkorb dort nicht mitbewegen kann. Es gibt dort noch andere Effekte aus dem Tauchreflex, die dem entgegenwirken. Eine Flexibilität im Brustkorb, ist aber dennoch Voraussetzung für tieferes Tauchen.

Hals, Nacken, Wirbelsäule

Neben der Lunge ist der Kehlkopf und der gesamte Halsbereich Angriffsfläche für den Druck. Deswegen sind wir beim Apnoetauchen auch darauf geachtet diesen Bereich ganz besonders zu schützen. Außerdem ist der Kehlkopfdeckel, und die kontrollierte Bewegung ganz besonders für fortgeschrittene Taucher beim Druckausgleich wichtig. Deshalb sind auch hier Dehnübungen von ausgesprochener Wichtigkeit

Mund und Rachenraum

Ganz ähnlich sieht es im Mund und Rachenraum aus. Dort sitzen viele Muskeln, die wir für unseren Druckausgleich brauchen und die wir durch gezielte Dehnübungen aktivieren können. Es gibt spezielle Übungen, die eine bessere Kontrolle fördern sollen, oder dabei helfen den Druckausgleich beim Apnoetauchen zu vereinfachen.

Zwerchfell

Den wichtigsten Bereich, den wir auch immer mit Dehnübungen ansprechen sollten, ist das Zwerchfell. Es ist ein Muskel, der unterhalb der Lunge sitzt und für die Atmung mit verantwortlich (siehe Bauchatmung) ist. Bei der Einwirkung von Druck wandert das Zwerchfell in den Brustkorb und reduziert somit unser Residualvolumen. Dieses ist ganz besonders für das Tieftauchen sinnvoll. Gleichzeitig vermindert diese Bewegung die Verletzungsgefahr der Lunge, da sich auch hier der Raum im Brustkorb mit der Reduktion des Volumens in der Lunge bei zunehmender Tiefe verkleinert.

Dehnübungen als integraler Bestandteil des Trainings

Zusammenfassend können wir also sagen, dass Brustkorb und Zwerchfell eine aktive Rolle bei der Prävention von Verletzungen beim Apnoetauchen haben. Wir sollten daher zumindest diese Dehnübungen in unser tägliches Training einbauen. Zusätzlich sollten wir auch ganz besonders die beiden anderen Bereiche dehnen. Dehnübungen ganz speziell für das Apnoetauchen, vermeiden nicht nur Verletzungen und machen dir das Leben als Apnoetaucher einfacher, sie sind teilweise sogar Voraussetzung für den Fortschritt im Tieftauchen. Trotz dieser Dehnübungen gilt natürlich gerade beim Thema Tiefe, dass selbst mit einem ausgeprägtem Flexibilitätstraining immer vorsichtig und langsam vorgegangen werden sollte.

Dann steht dem Erfolg und dem Spaß beim Apnoetauchen nichts mehr im Wege!

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